Die Spur der Geldwäscher | Ukraine als Babyplantage?

Die verschwundenen Babys von Charkow

Olga gehört zu einer Organisation, die sich gerade massiv gegen die amerikanische Online Vermarktung russischer und ukrainischer Waisenkinder richtet. Adoptions Agenturen oder Vereine boten seitenweise Fotos von tausenden Kindern an, alles im Rundum Sorglospaket gleich mit Home Study. Dabei Kinder, die noch medizinischen Operationsbedarf haben. Für die gibt es, groß plakatiert wie im Lidl Prospekt, 50% Discount. Das ist wie mit dem Billy Regal von Ikea, wo man noch etwas schrauben muss, dafür ist es billiger. Schon ab $6.000.

Da schickte ein amerikanisches Paar einen 8-Jährigen wieder zurück nach Russland, weil er irgendwie nicht zur Tapete passte und mussten lernen, dass es für Online Käufe von Kindern kein 14-Tage Rückgaberecht gibt. Viele Kinder wurden nur als Prügelknabe adoptiert, um den Frust abzulassen. Die Russen fühlten sich endlos gedemütigt: -USA, nehmt die Fotos raus. Russen sind keine Ware-. Fortan wurde die Adoption russischer Kinder durch Amerikaner verboten, mit Erlass von Medvedev.

Studio Phnom Penh - Medienunternehmer und Journalist Udo Sabiniewicz
Studio in Phnom Penh – Medienunternehmer und Journalist Udo Sabiniewicz

Aber es gibt ja noch die Ukraine. Tatsächlich sind ukrainische Waisenkinder ein Exportschlager. Viele davon so schön blond und blauäugig. 2005 lässt sich der Pro US Kandidat Juschtschenko durch US Berater eine Verfügung unterjubeln, zur Bevölkerungsvergrößerung ein Nachwuchsprogramm zu installieren. Für jedes Neugeborene gibt es 8.400 Griwna, ca. 1.300 Euro. Für viele ein Jahreseinkommen.

Udo Sabiniewicz erhält einen Kontakt zu einer Jugendamtsleiterin in Cherson. Mit versteinerter Mine erklärt sie, dass man bald von 200.000 neuen Straßenkindern ausgeht. Davon gibt es schon reichlich. Lediglich die Elendsschicht zeigte sich von dem Programm beeindruckt und bumste sich neue Wohnungseinrichtungen zusammen. Recht schnell landen sie auf der Straße und Udo Sabiniewicz dokumentiert das Elend. Die Bilder gehen um die Welt.

Hatten die Amerikaner die Ukraine gerade mal eben zur größten Babyplantage der Welt gemacht?

Spätestens nach dem Skandal um die Verschwundenen Babys in Charkiw 2003 wird deutlich, dass dies nicht Dummheit sondern gezielte Strategie ist. Da wurden hunderte Babys nach der Geburt als Totgeburt erklärt, hinter dem Krankenhaus ausgeweidet in Massengräbern gefunden, offensichtlich für Frischzellenkuren der Oberen Zehntausend. Udo Sabiniewicz wurde gerade von einem Spender zur Nachverfolgung von $100.000 gebeten (die in Eigentumswohnungen landeten) und ist zeitgleich in Charkiw. Sybille Bassler, Chefredakteurin von ZDF Mona Lisa, ruft ihn an und bittet um Mithilfe. Ihr Kamerateam wurde in Charkiw gerade bedroht: Wir vergewaltigen die Kinder und schicken sie nach Deutschland um ihnen die Organe zu klauen.

ZDF Mona Lisa Doku in drei Teilen. Den Babys die Organe geklaut für Frischzellenkuren der Eliten?

Olga’s Vater ist Richter in Charkiw und ein Whistleblower. Das Treffen erfolgt außerhalb der Stadt in einer unscheinbaren Spielunke. „Du hast nie einen Presseausweis bei dir, du stehst auf keiner Akkreditierungsliste, ihr gründet zur Legende einen Verein“. Er wird pro humane heißen und ein Whistleblower Portal sein, mit hunderten Fotos schwerster Menschenrechtsverletzungen an Kindern, die wie Plastikschachfiguren auf dem Schachbrett der skrupellosen Geschäftemacher hin und her geschoben werden.

Die Waisenkinder werden nach Qualität aussortiert. Die B-Ware, eher derb, zurückgeblieben und krank, kommen in staatliche Einrichtung schier unfassbarer Zustände. Olga’s Vater verschafft Zugang zu Heimen, die noch nie ein ausländischer Journalist von innen gesehen hat. Schon beim Anblick der Gebäude kriegt man Depressionen. Es entstehen tausend Fotos. Sybille Bassler hat sie bei pro humane entdeckt und ein Kamerateam geschickt. Viel filmen werden sie nicht, sondern reisen nach zwei Tagen panisch ab, ob der Bedrohungen.

Noble Waisenhaus No.1 in Charkiw -RTL dabei, ZDF verscheucht

Dann erfolgt ein letztes Treffen mit dem Stadtrat Soroka in Charkiw, in seinem Restaurant Micto. Ihm unterliegt das Waisenheim No.1. Auch Dieter Bohlen kehrte einst dort ein. Ein Märchenschloss, vor dem nagelneue Mercedes V-Klasse Vans vorfahren, ein Palast voller Plüsch, Luxus und Üppigkeit, mit eigenem Pool und Ärztezentrum, und bildhübschen Kinderlein, als wären sie gerade aus einem Set für einen TV-Spot gekommen.

Es ist das Lacoste Kaufhaus für Kinder. Edelste A-Ware, zum Schnäppchenpreis von $80.000. Das Stück. Man muss den Schimmel und fauligen Gestank noch in der Nase haben, von den verfallenen Häusern und ihrer nassen Kälte, in denen die B-Ware aufgehoben wird. Und das sind 95%. Wie viel Demütigung müssen diese Menschen erfahren haben?
Da geht noch mehr.

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