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Weiteres Todesopfer durch Spenden Mafia

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David Fletcher ✝ 23.03.2020 | Foto: James Ricketson

Kaum ein Fall sorgte für mehr Schlagzeilen als der Fall von David Fletcher. Eingebunden in einem Krieg zwischen fragwürdigen NGO’s, die sich gegenseitig ausspionieren lassen und beschuldigen, um das größte Stück Kuchen aus der Spendertasche zu kriegen, geriet Fletcher zwischen die Fronten. Es geht um Millionen. Millionen an Spendengelder, die in das korrupteste Land der Welt fließen: Kambodscha. Ein Land unter Diktatur, Schutzgelderpressungen, Geldwäsche, Black Mail und Maulkörbe. Prime Minister Hun Sen ließ diese Tage Blogger inhaftieren, welche die Zahl der gemeldeten Corona Virus Fälle im Land anzweifelten: 89. Kambodscha ist mittlerweile in Chinesischer Hand.

Auch Fletcher soll unbequeme Fragen an die gerichtet haben, die im Vorwurf des Spendenbetrugs und Geldwäsche ganz oben auf der Liste stehen. APLE (Action pour les Enfants) und CCF (Cambodian Childrens Fund). Und mit regelmäßiger Sicherheit werden die, die unbequeme Fragen stellen, unverzüglich mit Mißbrauchsvorwürfen überzogen. Fletcher soll nun ein 17-jähriges Mädchen vergewaltigt haben. APLE Anführer Samleang Seila brachte ein ärztliches Attest bei, dass sie gewaltsam ihre Jungfernschaft verlor. Fletcher wurde in Abwesenheit zu zehn Jahren Gefängnis in Kambodscha verurteilt und aus Thailand ausgeliefert. Doch da sind diese unbequemen Journalisten, die nicht brav mit dem Mainstream mitschreiben, und aus einer seriösen Klinik ein neues Gutachten beibringen: Die Jungfernschaft des Mädchens ist noch intakt. Eine Vergewaltigung kann es nicht gegeben haben.

Nein, es ist nicht nur ein weiterer Fall eines unschuldig Verurteilten, es ist ein weiteres Dokument, wie krude Schein-NGO’s mit ihren üppigen Spendengeldern die Korruption des Landes beflügeln, der keine Grenzen gesetzt sind. In einem Berufungsverfahren ließ Samleang Seila das Gericht folgenden Satz in das Urteil schreiben: „Das Jungfernhäutchen des Opfers muß wieder nachgewachsen sein“. Schuldig. Das anatomische Wunder aus der Feder eines Appeal Courts (Vergl. OLG). Fletcher verstarb am 23. März 2020 in Siam Reap im Gefängnis. Bemerkenswert: Unter den wenigen Inhaftierten westlicher Herkunft sind es fast nur die Opfer von APLE & Co die plötzlich versterben. Und es sterben besonders viele von denen, wo sich die Beweislast gerade umgekehrt hat. Wenn das Lügengebilde mal wieder zusammenbricht.

Expertin Kristin Rosella erklärt den Kambodschanern, wie viel Schmerzensgeld sie fordern können.

Die Vorgehensweise dokumentiert sich in zahlreichen Protokollen und Interviews identisch. Den vermeintlichen Opfern, meist aus Elendsverhältnissen, wird erklärt, dass sie 5.000 bis 30.000$ Schmerzensgeld fordern können, wenn sie einen Ausländer belasten. In einem Land, in dem ein Auftragsmord 500$ kostet. Bisher konnte jedoch noch kein Opfer gefunden werden, das je eine solche Zahlung erhalten hat. Und dann fallen sie um und packen aus. Denn es könnte auch eine „Zeit danach“ kommen. Wenn das Hun Sen Regime gefallen ist und alle diese Fälle neu aufgearbeitet werden, dann werden sich Viele wünschen, dass keine Fotos und Dokumente von ihnen mal auftauchen werden – sie werden.

Der Kampf um die Bilder:
Der Australische Journalist James Ricketson schmeißt sich auf die Straße um seine Kamera zu schützen. Er hatte gerade dokumentiert, wie ein Polizist eine Marktfrau brutal mit dem Knüppel verprügelte. Die Polizei wollte ihm die Bilder wieder abnehmen.

Das ist der harte Kampf um eine andere Wahrheit. Der Kampf von vielen Journalisten, die sich in das Tretminenfeld gewagt haben, verfolgt, verprügelt und eingesperrt werden um sie mundtot zu machen. Denn diesmal wird die „Zeit danach“ keine Depeschen und Faxe shreddern. Es werden diese kleinen SD Karten auftauchen, die nicht so schnell vergessen und Platz für viel Wissen haben.

Aufgedeckt wurde der Skandal von Ricketson, der das vermeintliche Opfer aufsuchte. Das Interview wurde bewusst im O-Ton Khmer gelassen, damit die kambodschanische Bevölkerung versteht, wie sehr sie betrogen wird:

James Ricketson im Interview mit Yang Dani und Großmutter

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