Gesuchter Neonazi taucht in Kambodscha unter

Gesuchter Neonazi taucht in Kambodscha unter

Der Tagesspiegel schreibt in seiner Ausgabe vom 02. Oktober 2019 über den in Kambodscha untergetauchten Neonazi Christopher F. Nach Informationen der »Khmer Times«, eine Art Online Zeitung, soll er dort Christopher Alexander heißen. Der kambodschanische Journalismus befindet sich bekanntlich auf unterstem Niveau. Aber auch den Kollegen vom Tagesspiegel ist ein kleiner Fehler unterlaufen. »In dem Land gibt es keine Organisationen von Neonazis, ein deutscher Rechtsextremist wird dort kaum einen „Kameraden“ treffen«, schreibt die Zeitung. Sie soll irren.

Tatsächlich bietet Kambodscha die beste Plattform für Neonazis. Längst haben IBM24.NET Journalisten dokumentiert, dass Kambodscha zur Hochburg für Neonazis aus aller Welt geworden ist. Der deutsche “Andy” zum Beispiel betreibt ein großes Bistro an der Riverside von Phnom Penh in bester Lage und ist Teil eines kriminellen Netzwerkes. Wenn Andy betrunken ist, und das ist er meistens, skandiert er auf offener Straße vor den Touristen Bars, reißt die Hand zum Gruß hoch »Heil Hitler«, lässt sich einen Schnaps bringen »Auf den Führer« und trifft auf viele Leute, die das lustig finden und ihm zuprosten.

In einigen Straßenzügen von Phnom Penh darf er sich nicht mehr sehen lassen. Ausländische Restaurant und Hotelbesitzer, die Andy gern allesamt diffamiert, haben Schlägertrupps auf ihn angesetzt, falls er sich blicken lassen sollte. Nazi Symbole und Hitlergrüße sind in Kambodscha nicht verboten – Im Gegenteil. Im Rückblick auf die Roten Khmers, die 1974 – 79 einen Genozid vergleichbar mit dem deutschen Holocaust vollzogen, betreiben die alten Kader heute ein System aus Korruption, Lynchjustiz und Plünderei. Und sie stecken meistens in einer staalichen Uniform. Gesinnungsfreunde quasi.

Doch es gibt auch Orte wo Andy willkommen ist. In der Bar Sundance, in der Street 172, trifft sich eine Gruppe die sich “Khmer440” nennt und ein anonymes Underground Forum über Cloudflare betreibt, wo sie ad libitum hetzen können. Im Sundance wurden sie schon mal von russischen Schlägertrupps aufgesucht, für ihre Online Diffamierungen russischer Geschäftsleute. Damit sind sie nicht allein. Auch die “Cambodian Expats” betreiben mit einem Herrn Mackivili aus den USA ein Underground Forum in denen Rufmord Kampagnen und andere Straftaten verabredet werden. Nachdem unsere Journalisten massiv gegen sie vorgegangen sind, ist Herr Mackvili nun in ein eigenes Darknet abgetaucht. Dort gibt es auch Spezialitäten wie “Gore” und “Snuff”. Insbesondere zerstückelte Leichen sind dort sehr gefragt. Der Ansturm ist groß.

Für den 14 Tage Touristen ist das schwer nachvollziehbar. Sie werden auf ein liebevolles, freundliches Volk treffen, von denen viele dir im nächsten Moment das Messer in den Rücken stechen. Deren Symbol für Liebe und Freundschaft heißt Dollar. Auch der Landesführer Hun Sen, der gerade massenweise Oppositionelle, kritische Journalisten und NGO Vertreter einsperren lässt, bietet das Abbild eines “Führers”. Er schreckt nicht davor zurück ausländische Journalisten in Folterlager zu stecken und erklärt öffentlich »Der Schlüssel liegt in meiner Hand«. Gutes hat er sich damit nicht getan. Ricketson ging um die Welt wie Assange.

Australischer Journalist (69) James Ricketson für Kritik an menschenrechtsverletzendes System verhaftet.

Es gibt aber auch Erfolge. Herr Samleang Seila, der über Jahrzehnte eine Scheinorganisation namens APLE zum Kinderschutz betrieb, sich vorzugshalber aus dem Nazilager nähren lässt und mit Geldwäsche und Spendenbetrug das berühmte kambodschanische “Arrest & Ransom” (Festnahme und Lösegeld) betreibt, auf Bestellung kritische Journalisten und konkurrierende Geschäftsleute entsorgt, hat durch unsere Öffentlichkeitsarbeit seine Lizenz verloren. Nunmehr ermittelt zum Kinderschutz die echte Polizei – die CPU (Child Protection Unit), das kambodschanische Jugendamt, welches Seila jahrzehntelang unterdrückte. Seila war maßgeblich Initiator der Verschleppung von Ricketson. Er hatte gemeinsam mit uns die Machenschaften von APLE aufgedeckt und dokumentiert.

Am 09.11.19 (9/11) will der in Frankreich im Exil lebende Oppositionsführer, Sam Rainsey, mit einem Marsch der Millionen (die unterstützenden Landsleute) trotz Massenhaftbefehle gegen ihn in sein Land zurückkehren. Wenn er wirklich kommt, darf von einem drohenden Bürgerkrieg ausgegangen werden. Die zahlreichen Ausländer, die in Prey Sar sitzen, das kambodschanische Auschwitz, sind in großer Sorge. Auf Nachfrage teilten ihnen die Botschaften mit, dass sie für diesen Fall nicht vorbereitet sind. Es wird weitere Tote geben.